Cumarin ist eine in vielen Pflanzen vorkommende und auch synthetisch herstellbare Verbindung. Aufgrund seines charakteristischen Geruchs wird es häufig als Lebensmittelzusatzstoff und Duftstoff verwendet. Cumarin gilt als potenziell leber- und nierenschädigend, und obwohl der Verzehr von natürlichen, Cumarin-haltigen Lebensmitteln unbedenklich ist, ist seine Verwendung in Lebensmitteln stark eingeschränkt.
Der chemische Name für Cumarin ist Benzopyranon. Sein charakteristischer süßer Duft erinnert viele an frisches Gras. Es wird seit dem späten 19. Jahrhundert in Parfums verwendet. Reines Cumarin hat eine kristalline Struktur und einen leichten Vanilleduft. Im Körper eingenommen, wirkt Cumarin blutverdünnend und hat eine therapeutische Wirkung bei einigen Tumoren. Cumarine besitzen auch eine gewisse antimykotische Wirkung, jedoch gibt es viele sicherere Substanzen, die diese Wirkung ersetzen können. Dennoch werden Cumarine manchmal in Kombination mit anderen Blutverdünnern zu therapeutischen Zwecken eingesetzt.
Cumarin ist eine natürliche Quelle für eines der Cumarine, auch bekannt als Dungabohnen, die hauptsächlich in tropischen Regionen wachsen. Das Cumarin wird durch Einweichen der Bohnen in Alkohol und anschließende Fermentation gewonnen. Pflanzen wie Nashorn, Erdbeeren, Kirschen, Büffelgras, Klee und Aprikosen enthalten diese Verbindung ebenfalls. Cumarin wurde traditionell als Vanilleersatz in verarbeiteten Lebensmitteln (insbesondere Tabak) verwendet, seine Verwendung ist jedoch in vielen Ländern eingeschränkt.
Einige traditionelle Speisen werden aus Pflanzen hergestellt, die Cumarin enthalten, ein wichtiges Gewürz in diesen Gerichten. In Polen und Deutschland ist es üblich, alkoholischen Getränken Pflanzen wie Nelkenstrauch (Caryophylla) beizufügen, um einen frischen, besonderen und erfrischenden Duft zu erzeugen, der hauptsächlich auf Cumarin zurückzuführen ist. Diese Produkte sind zwar nicht gesundheitsschädlich, dennoch sollte man sie nicht in großen Mengen verzehren.
In Pflanzen können Cumarine auch als natürliche Insektizide wirken und so Pflanzenschäden vorbeugen. Viele Verbindungen aus der Cumarin-Familie werden zur Herstellung von Pestiziden verwendet, einige sogar zur Bekämpfung größerer Nagetiere. Manche Konsumprodukte enthalten möglicherweise Cumarine, beispielsweise das bekannte Antikoagulans Warfarin, das je nach Bedarf des Patienten injiziert oder oral eingenommen werden kann.
Veröffentlichungsdatum: 18. Januar 2024
